17 Apr 2016

How to go vegan in 5 steps

Viele Leute erzählen mir, dass sie es zu schwer finden, vegan zu essen. Sie meinen, sie wüssten nicht, was sie dann überhaupt noch kochen sollen. Ganz ehrlich, mir ging es genauso. Ich wünschte, ich könnte meinen Blick vor zwei Jahren nochmal sehen, als meine Cousine mir erzählt hat, dass sie jetzt vegan sei. Über das Thema habe ich schon ein paar Mal berichtet, unter Anderem in meinem "I went vegan?"-Post.

Wenn du gerne mal ausprobieren möchtest, vegan zu essen, aber nicht weißt, wie genau du das anstellen sollst, dann ist dieser Post für dich.

Schritt 1: Lass das Fleisch und den Fisch weg.

Es ist nicht leicht, von jetzt auf sofort vegan zu sein und das auch (für einen etwas längeren Zeitraum) durchzuhalten, wenn du nicht 100%-ig überzeugt bist. Es bietet sich also an, erst einmal für eine Zeit vegetarisch zu essen, während du noch recherchierst.

Schritt 2: Informiere dich.

Es ist sehr schwer, etwas durchzuziehen, wenn du nicht daran glaubst. Es gibt sehr viele gute Ressourcen für Informationen:

  • "Tiere essen" von Jonathan Safran Foer (Buch)
  • "Skinny Bitch" von Rory Freedman und Kim Barnouin (auch ein Buch)
  • "The Starch Solution" von John A. McDougall, MD und Mary McDougall
  • Die Dokumentation "Gabel statt Skalpell" (gesundheitliche Aspekte)
  • "Cowspiracy" (Informationen über den Einfluss von Nutztierhaltung auf den Klimawandel)
  • "Earthlings" (tierrechtliche Aspekte)
  • Gary Yourofsky's Best Speech You'll Ever Hear
  • 101 Reasons To Go Vegan (wenn du deutsche Untertitel brauchst, suche einfach den Titel auf YouTube, dann findest du auch ein Video damit)
  • Bonny Rebecca (insbesondere ihre Erklärung "why vegan") 

Und wenn du dich für das Thema interessierst, wirst du noch über sehr viele weitere Informationen stolpern.

Schritt 3: Lass Eier, Butter und Milchprodukte weg.

Du hast jetzt wahrscheinlich schon sehr viele überzeugende Argumente gehört. Also ist es nun an der Zeit, komplett vegan zu werden. Ich gebe zu, dass dieser Schritt nicht unbedingt der einfachste ist, aber wenn du die ganzen Informationen aus dem letzten Schritt im Kopf behälst, wirst du dich relativ schnell daran gewöhnen. Es kann sein, dass du am Anfang ein paar Detox-Erscheinungen bekommst. Mir war dann für ein paar Tage schlecht und ich war schlapp. Die Erscheinungen können sich auch in Kopfschmerzen, schlechter Haut oder sogar Verdauungsproblemen oder Erbrechen äußern, das ist bei jedem anders (obwohl ich noch nie von jemandem gehört habe, der tatsächlich letztere bekommen hat). Keine Sorge, das legt sich schnell wieder.

Schritt 4: Probiere neue Rezepte aus.

Vegan zu essen bedeutet meist eine sehr große Umstellung beim Kochen. Für professionelle Köche, die vegan kochen wollen, gibt es sogar Aufbauseminare, die ein Jahr (!) dauern. Hab also nicht den Anspruch darauf, dass alles direkt super schmeckt und probiere ein Wenig mit verschiedenen Rezepten und Techniken herum. Insgesamt solltest du nie erwarten, dass veganes Essen wie das schmeckt, das du vorher gegessen hast (es ist aber trotzdem sehr lecker, bevor wir uns hier falsch verstehen). Es gibt schon ein paar Sachen, bei denen man das nicht schmeckt (insbesondere bei Kuchen), aber es ist unwahrscheinlich, dass der vegane Festtagsbraten wie der aus Fleisch schmeckt.


Die meisten unveganen Sachen kann man "veganisieren":
  • Milch lässt sich richtig leicht durch Soja-, Reis-, Hafer- oder Nussmilch ersetzen.
  • Eier kann man im Kuchen gut durch Eiersatzpulver oder auch anderen Zutaten wie z.B. diesen hier ersetzen. Für Spiegelei habe ich zwar noch keinen guten Ersatz gefunden, aber in dieser Woche poste ich noch ein Rezept für veganes Rührei. Mmmmh.
  • Butter lässt sich auch sehr leicht durch vegane Butter oder Pflanzenmargarine ersetzen.
  • Für Fleisch und Fisch gibt es insbesondere in Bioläden eine große Auswahl an Alternativen. Erwarte aber nicht, dass sie genau wie richtiges Fleisch schmecken. Meiner Meinung nach schmecken sie meistens schon gut, aber weil sie meistens nicht so besonders gesund sind, sollte man es damit nicht übertreiben.
  • Sahne gibt es auch als Soja- oder Hafersahne und schmeckt z.B. in Pilz-Sahne-Soßen relativ überzeugend. Schlagsahne lässt sich durch vegane Schlagcremes ersetzen, die allerdings meistens nicht so fest werden. Es gibt auch vegane Sprühsahne.
  • Käse ist am schwersten zu ersetzen. Ich mache mir oft Nährhefe über meine Nudeln und habe auch ein Buch für veganen Käse zum selbst machen. Das schmeckt zwar nicht wirklich wie Käse, aber trotzdem lecker. Nicht zu Empfehlen ist der vegane Käse, den man kaufen kann. Er enthält meist viele ungesunde Zusatzstoffe, schmeckt nicht wirklich und hat eine eigenartige Konsistenz.
Achte trotzdem darauf, nicht extrem unvegane Rezepte vegan machen zu wollen. Schweinebraten mit Klößen und Rahmsoße wird vegan wahrscheinlich eher nicht schmecken. Konzentriere dich lieber auf andere von Natur aus vegane Rezepte.

Schritt 5: Achte auf Inhaltsstoffe und auf deine Ernährung.

Am Anfang ist es ungewohnt und manchmal auch nervig, wenn man dauernd die Inhaltsstoffe kontrollieren muss, aber in vielen scheinbar veganen Produkten sind unvegane Inhaltsstoffe. Manchmal wird man auch überrascht und kann etwas essen, bei dem man nicht damit gerechnet hat, dass es vegan ist. Preislich empfiehlt es sich, bei den normalen Ketten einzkaufen und nur für spezielle Produkte in den Bioladen zu gehen. Versuche dich auch darüber zu informieren, ob deine Kosmetikprodukte vegan sind und/oder an Tieren getestet wurden und vermeide Leder.
Wichtig ist auch, dass du darauf achtest, dass du alle wichtigen Nährstoffe zu dir nimmst. Entgegen der allgemeinen Vorurteile sind Eisen und Kalzium meistens nicht das Problem, aber auf deine Vitamin B12 und Vitamin D Zufuhr solltest du besonders achten (was übrigens Vegetarier und Fleischesser auch sollten). Bei Vitamin D Präparaten sollte man aber aufpassen, weil diese oft nicht vegan sind.


Ich hoffe, ich konnte dir helfen :)
Anna xxx

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